Elfriede Jelinek: „Damit ich VON MIR endlich fortkomme!“

Ich habe nun nicht mehr die Möglichkeit zu erfahren, was die Verschiedenheit der Ansätze, seiner und meiner, ausmachen könnte, denn meine sind ja gar nicht mehr da. Das Andere, das vom Künstler Geschaffene, ist da. Aber ohne mich. Aber mit mir. So wie man sagt, wenn man bei etwas nicht dabeisein will: Ja, mach das, aber ohne mich! Ich kann auch nicht die Permutationen, die zwischen meinen Texten und dem, was aus ihnen in Schlingensiefs Händen wird, indem es: nicht wird, definieren oder auch nur fassen und eingrenzen. Ich kann nicht, wie bei anderen Regisseuren sagen: Das habe ich so und so gemeint, aber der macht ja was ganz andres draus! (aus genau diesen hier sehr vage ausgeführten Gründen würde ich eben genau das nicht sagen, denn es soll ja etwas ganz andres draus werden, nicht, damit ich fortkommen, sondern damit ich VON MIR endlich fortkomme!).

aus: Elfriede Jelinek: Schlingensief. In: http://a-e-m-gmbh.com/wessely/fschlings.htm, datiert mit 1.6.2010 (= Elfriede Jelineks Homepage, Rubriken: Aktuelles, zur Kunst).

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Über Elfriede Jelinek-Forschungszentrum

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