In dieser Technik trifft sich Schlingensief mit Jelinek

Alles wie gehabt also in Zürich: ein versifftes Bühnenbild (Janina Audick), die bürgerliche Gesellschaft in Champagnerlaune, der blinde Künstler beim Action-Painting. Gelbe und rote Farbejakulationen auf Leinwand und Staffelei – sehr zum Amusement der Zuschauer in den ersten Reihen, die sich unter einer Plastikblache schützen dürfen. Das macht natürlich einen super Effekt: Jedes Mal wenn Schlingensief auftritt, duckt sich das Publikum. Alles wie gehabt: Zitat und Selbstzitat, freies Assoziieren mit Biografie, Parsifal und Gesellschaftskritik. In dieser Technik trifft er sich mit Elfriede Jelinek, die auch wieder zwei Texte für die Fassbinder-Musen Irm Hermann und Margit Carstensen beigesteuert hat: ein Amalgam von Kalauer und Analyse, Metapher und Zitat. Worte und Bedeutungen verdichten und verschieben sich, Polemik und Zote sind ununterscheidbar.

aus: Andreas Klaeui: Eine gemalte Pfeife ist keine wirkliche Pfeife. In: Basler Zeitung, 9.2.2004.

 

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Über Elfriede Jelinek-Forschungszentrum

Blog-Redaktion
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