„Irm sagt:“

Folgende Passage aus Jelineks Irm sagt: wurde von Irm Hermann in Attabambi Pornoland gesprochen:

Ein Anflug von Verächtlichkeit fliegt über mein Genital leise dahin, es runzelt die Stirn, es weiß, was es leisten kann, aber es leistet nichts, muß angetrieben werden, und da gibt es viele Antriebe, die wir als Menschen alle immer ausprobieren müssen. Religion, Kultur, Krieg, Sport. Letztlich wollen sie alle nur existieren in der Menschheitsgeschichte. Die Schwänze wollen springen wie die Lachse, es treibt sie was zurück zur Mama, es treibt sie die Stiegen rauf, die Stiegen nie mehr runter, sie hüpfen aus sich heraus, werden dabei immer häßlicher, von Stufe zu Stufe, namenlos in den Tod geschleudert, irgendwie verdorrt sehen sie inzwischen aus, finde ich, aber sie müssen ablaichen und dann sterben auf ihren Lachwanderweg, wo die Schilder stehen, an die sich keiner hält, und die Bären, die sich beim Angeln an den Schildern festhalten. Die treuen Jäger die ihren Zielen verpflichtet sind. Ja, die auch. Ach, würde doch die Persönlichkeit allein wirken können!

aus: Elfriede Jelinek: Irm sagt:. In: Programmheft des Schauspielhauses Zürich zu Christoph Schlingensiefs Attabambi Pornoland, 2004.

Advertisements

Über Elfriede Jelinek-Forschungszentrum

Blog-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Attabambi Pornoland, JELINEK/SCHLINGENSIEF/BLOG veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s